Gefahr für Nierensteine steigt


Wenn es immer heißer wird
Gefahr für Nierensteine steigt
mauritius images / Westend61 / Vladimir Godnik

Mit Nieren- und Harnleitersteinen muss man im Zeiten des Klimawandels auch hierzulande wohl häufiger rechnen. Da hilft nur eins: ausreichend trinken. Ganz besonders gilt das für bestimmte Risikogruppen.

Bei hohen Konzentrationen bilden sich Kristalle

Nierensteine entstehen dann, wenn sich im Urin steinbildende Substanzen wie Kalzium, Oxalat oder Harnsäure ansammeln und zu Kristallen verbinden. Das droht vor allem, wenn der Urin sehr konzentriert ist, also wenig Flüssigkeit enthält. Deshalb ist ein Risikofaktor für Nieren- und Harnleitersteine auch die Hitze: Wer viel schwitzt und wenig trinkt, produziert zu wenig Urin, wodurch sich die Steinbildner ansammeln können.

Steingürtel dehnt sich nach Norden aus

Dass das keine bloße Theorie ist, zeigt der sogenannte Steingürtel auf der Weltkarte: Dabei handelt es sich um besonders heiße Gebiete am Äquator sowie im Südosten der USA und Teile Südostasiens. Dort sind mehr als 10% der Bevölkerung von Nierensteinen betroffen. Durch den Klimawandel droht sich der Steingürtel weiter nach Norden auszudehnen, sagt die Nierenärztin Sylvia Stracke, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.

2,5 Liter täglich

Zur Vorbeugung von Nierensteinen sollte man insbesondere in der warmen Jahreszeit täglich 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Ungesüßter Tee, Mineralwasser mit wenig Kalzium und Saftschorlen sind dafür besonders geeignet. Weil Kinder und alte Menschen häufig ein vermindertes Durstgefühl haben, muss bei ihnen besonders auf das ausreichende Trinken geachtet werden.

Neben Flüssigkeitsmangel gibt allerdings auch weitere Risikofaktoren, die Nierensteine begünstigen. Dazu gehören 

  • Übergewicht und Bewegungsmangel, 
  • unausgewogene Ernährung mit viel Salz und tierischem Eiweiß, 
  • übermäßiger Verzehr oxalatreicher Lebensmittel wie Rhabarber, Mangold und Spinat
  • übermäßige Kalziumzufuhr (z. B. durch Nahrungsergänzungsmittel oder kalziumreiche Mineralwässer),
  • Einnahme von Entwässerungsmitteln.

Kommt es immer wieder zu Nieren- oder Harnleitersteinen, muss dies gründlich untersucht werden. Denn manchmal steckt dahinter auch eine angeborene Stoffwechselerkrankung.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie

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